Meinung (Politik)politische Korrektheit

Freiheit gehört in die Celle

allem Anschein nach jedoch nicht zu Celle

Celle ist eine kleine Provinzstadt in Niedersachen, alt und beschaulich, gemütlich und verschlafen. Eine Stadt, in der das Flanieren noch im Jahr 2000 ohne Weiteres möglich war. H&M und Media-Saturn haben vom Stadtrat keine Betriebserlaubnis bekommen, die alt eingesessenen Geschäfte wurden geschützt und bevorzugt – Protektionismus pur. Klamotten kauften wir bei Hempel und Technik bei Nehrig. Karstadt besetzte drei Gebäude in der Innenstadt – achtete aber immer auch darauf, den kleinen Läden keine direkte Konkurrenz zu machen. Wer unbedingt zu Saturn, Media Markt, Ikea oder H&M wollte, der musste eben nach Hannover oder Braunschweig fahren. Celle war so konservativ, dass wir uns lieber für ein Hochsicherheitsgefängnis als für eine Universität entschieden haben – aus Angst um unsere Töchter. Und bis heute druckt die Cellesche Zeitung ihr Logo in Nazi-Schrift (altdeutsche Fraktur). Das zumindest war das Celle, in dem ich aufgewachsen bin.

Trauma durch die Nazi-Keule

Die Linken und Grünen in Kooperation mit der AntiFa erzählen den Cellern seit Jahrzehnten, wir wären der Bodensatz des Nationalsozialismus, latente Nazis bzw. braunes Pack. Diese gebetsmühlenartige, moralische Zermürbung von Politik und Gesellschaft hat dazu geführt, dass Celle sich mittlerweile pauschal von allem distanziert, das in irgendeiner abstrakten Weise falsch verstanden werden oder jemanden beleidigen könnte. Wir Celler sind sogar derart gute Menschen – wir haben ein Charity-Konzert für jugendliche Flüchtlinge organisiert, die ihre bereitgestellte Unterkunft selber abgebrannt haben – denn mit der Wohltätigkeit und dem „Kampf gegen Rechts“ wollten wir keinesfalls das Ende der polizeilichen Ermittlungen abwarten. Das neueste und natürlich prädestinierteste Opfer dieser Eskalation der politischen Korrektheit ist die AfD-Fraktion im Celler Stadtrat. Ratsmitglied Frank Pillibeit ist eigentlich sogar das älteste Opfer der Celler Linken, denn bereits mehrere Jahre vor der Gründung der AfD wurde er aus der CDU-Fraktion herausgemobbt, weil er sich für Recht und Ordnung in Celle einsetzte – ein Skandal, der nie diskutiert, sondern einfach totgeschwiegen wurde. Die linke Journaille jedoch feierte. Dass Herr Pillibeit sich überhaupt wieder in die Politik getraut hat, ist bewundernswert. Hier folgt nun noch ein Beispiel, wie sehr die linke Szene in Celle auf der freien Meinungsäußerung herumtrampelt und dabei keine Skrupel hat, Vokabular zu verwenden welches sie selbst anprangert:

Hau einfach drauf

Nun, im Jahr 2018, bekommt Herr Pillibeit den nächsten Nazi-Baseballschläger übergezogen. Was hat der böse Rechte also diesmal getan? Celle hat momentan massive strukturelle Probleme, das neueste Highlight hat es sogar in überregionale Medien geschafft – Celle hat versucht, die Verkehrssituation am Nadelöhr „Neumarkt“ zu verbessern – das Ergebnis dieser großartigen Kompetenzspirale kann sich der Leser gerne bei „Extra 3“ anschauen:

Das nächste Mammutprojekt, welches total aus dem Ruder gelaufen ist, ist die Celler Zuwanderungsagentur – hier wurden acht Millionen Euro Steuergeld vorfinanziert, jedoch bemüht die herrschende Klasse im Stadtrat sich nicht um die Rückzahlung vom Bund – aber die Celler zahlen ja gerne, um KEIN „brauner Bodensatz“ zu sein. Zu allem Überfluss haben unsere „Goldstücke“ zum Dank noch das gerade für sechs Millionen Euro renovierte Flüchtlingsheim abgefackelt. Dies kann man monieren, aber bitte nicht in Celle.

Nazi-Schrift bemängelt Nazi-Jargon

Unsere lokale Tageszeitung, die:

wirft der AfD in der Ausgabe vom 24.03.2018 vor, sie würden Nazi-Jargon verwenden – was hat der böse Pillibeit also genau gesagt? „Gutmenschen“, „Fake News“ und „Bahnhofsklatscher“ – natürlich ist das keine politisch korrekte Traumsprache, aber die Worte Gutmensch und Bahnhofsklatscher sind verkürzte Beschreibungen, bei denen jeder Zuhörer sofort weiß, wer damit gemeint ist, und auch Frank Pillibeit ist nur für die Dinge verantwortlich, die er sagt, nicht jedoch für die Dinge, die andere verstehen. Fake News sind kurz gesagt ein Phänomen der modernen, linken, westlichen Presse im 21. Jahrhundert und damit eher eine Zustandsbeschreibung als eine Beleidigung. Jeder Journalist, der sich davon beleidigt fühlt, sollte sich mal fragen warum er sich davon beleidigt fühlt, denn würde der Schuh nicht passen, dann würde er ihn ja nicht freiwillig anziehen.

Wie geht es jetzt weiter?

Die niedersächsische AfD hat eine Stellungnahme veröffentlicht, die zeigt, dass auch andere bereits diese Vokabeln verwendet haben, aber die Wertung entsteht – wie in so vielen Fällen zuvor – beim Auditor. Deswegen ist es im Grunde egal, wer das zuvor schon gesagt hat, denn wie ich immer so gerne sage: Hitler hat auch „der, die und das“ benutzt. Ich stimme der Stellungnahme aber in einem Punkt zu: Der Stadtrat versucht krampfhaft, die Aufmerksamkeit von eigenen Verfehlungen abzulenken und was bietet sich da besser an, als Nazi-Keulen an die AfD zu verteilen? Verbleiben möchte ich mit einem Rat an Herrn Pillibeit und die gesamte AfD-Fraktion im Celler Stadtrat: Wenn der Schuh nicht passt, dann zieht ihn euch nicht freiwillig an.

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Christian Dreschel

Liberal-Konservativer Geist, Islamkritiker, Religionskritiker, Israel-Versteher, Hobby-Autor, Ideologiefeind, Technokrat, Nerd, Apple-Fanboy, Microsoft-Junkie, Demokratie-Liebhaber, Kind europäischer Eltern und stolzer Bewohner der Bundesrepublik Deutschland

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